Meine letzte Nachricht an das Jahr 2016

Sonntag, Januar 01, 2017

Hallo, zweitausendsechzehn, two thousand sixteen, deux mille seize oder wie man es in anderen Sprachen sagt!

Dieses Jahr war für mich persönlich ein Abenteuer und damit möchte ich mich bedanken, dass ich das erleben durfte, sonst wäre das Leben ja mega langweilig, nicht wahr? 

Angefangen im Monat Jänner (österreichisch für Januar), wo ich die Angst vor meinem Geschichtelehrer endlich überwinden konnte. Das mag vielleicht blödsinnig klingen, aber ich hab gelernt, dass es zum einen völlig in Ordnung ist, Angst zu haben. Und zum anderen auch dass man sich frei fühlt, als wäre ich ein Insasse, der nach vielen Jahren keine richtige Luft schnappen konnte.

Im Februar ging es für mich leider bergab, weil erstens, die Semsterzeugnisse ausgeteilt wurde. Mit der allerersten Fünf (schlechteste Note in Österreich) in ENGLISCH, was ich bis jetzt noch immer nicht verstanden habe, wie das passieren konnte. Ich war noch nie so schlecht in diesem Gegenstand. Im Gegenteil, es ist auch einer meiner Lieblingsfächer, weil ich mich generell für Sprachen interessiere. Die zweite große Sache, warum es leider kein toller Monat für mich war, ist dass ich gestehen musste, das Schultheater für dieses Schuljahr zu verlassen und nicht mehr als Schauspieler tätig zu sein. Der Grund ist selber für mich unklar. Lag es an der Schule, dass ich sie auf die leichte Schulter genommen habe? Oder doch an mir, weil es nicht das Richtige für mich war? Ich konnte dafür neue Leute und das Theater besser kennenlernen. Als ich es eben der Gruppe erzählt habe, reagierte mein Lehrer (soll ich doch eher Regisseur sagen?) ziemlich entsetzt und fand es echt schade.. Hm, vielleicht hätte ich doch bleiben sollen, solang es mir eigentlich Spaß gemacht hat? Besser nicht, sonst habe ich Konsequenzen zu erleben.

In den Monaten März und April kann ich nur zusammenfassen, dass ich trotzdem die Chance hatte, im Theater zu sein. Ich wurde angesprochen, ob ich vielleicht Regieassistenz für das nächste Stück “Die Schutzflehenden” von Aischylos führen würde, weil ich “kompetent bin und man sich aud mich verlassen kann”. “Warum nicht?”, dachte ich mir und diesmal ist es mir leichter geworden als zu spielen, obwohl ich es auch als Schauspielerin keine Probleme hatte, weil mir das Auswendig lernen nicht schwer fiel.

Der Monat Mai war neben Juni der Highlight für mich, denn, jetzt halte dich fest, wir wurden im Fersehen ausgestrahlt -30.05.2016!!! Es war an dem Tag, wo wir gefilmt und interviewt worden sind, (ich nicht, hab höflich abgelehnt) kulturelle Bildung an den Schulen -23.05.2016. Da konnten Schulen ihre kreativen Erarbeitungen zeigen. Sei es in der Musik, Kunst oder im Theater. Ob das nur für die UNESCO-Schulen galten, weiß ich nicht, ich möchte da jetzt nichts Falsches herausgeben. Obwohl wir nur zwei Vorstellungstage, drei Vorstellungsstunden hatten, waren die Sitzplätze noch nie so voll!! Wir mussten extra Sesseln aus dem Irgendwo im Nirgendwo holen, unglaublich!!

Wenn ich an den Monat Juni denke, dann fällt mir ein legendäres Abenteuer ein: 23.06.-27.06.2016- Die Slowenien-Woche, genauer gesagt waren wir in Tolmin. (Am Anfang in Kobarid für ein paar Stunden im Museum und dann erst) Ich hab mich noch nie in ein Land so sehr verliebt wie in dieses. Noch nie hab ich einen so klaren Fluss gesehen wie Tolminska. So blau, so wunderschön. Als hätte man einen Bildbearbeitungsfilter draufgetan. Die Sprache konnte ich natürlich nicht, aber ich hab mir Gott sei Dank ein paar Wörter und Sätze merken können: Dobrodošli, Dober dan! Und Hvala! (Hoffentlich richtig geschrieben...)

Juli und August waren die heißesten Monate im Jahr, nicht nur in Österreich (im August sollte es ab und zu geregnet haben), sondern auch in Ägypten. Ja, ich habe endlich nach sechs Jahren nach all den Gründen für das Unmögliche meine Großfamilie sehen dürfen. Tränen flossen vor Freude und es wurde viel gelacht, umarmt, geredet etc. Ist doch klar, wenn man sich lange nicht gesehen hat. Ist genauso wie als wären es 20 Jahre her, oder sogar 50. 17.08.2016: Die Zeit in meinem Heimatland ist leider abgelaufen und der Abschied umso härter. Auch mich war es ein Stich ins Herz, es war traurig. Es war schon Abend, ca. 19 oder 20 Uhr, wie wir angekommen sind und ungefähr drei Stunden später bekam ich eine Nachricht von meinem Cousin. Er sagte, ich soll auf mich aufpassen und dass wir uns täglich wie möglich (ist das der richtige Ausruck?) kontaktieren, auch wenn die Schule mich davon abhält. Siehst du! Genau das ist Familienliebe! So ein Gefühl kannte ich nicht nach sechs Jahren. 

September. Es war soweit: Die Schule hat angefangen und ich konnte und kann es immer noch nicht fassen, dass dieses Schuljahr mein letztes sein wird. Ich werde Maturant (österreichisch für Abiturient), unfassbar! Angst hatte ich schon, aufgeregt war ich auch. Der beste Tag im Monat war der 06.09.2016. Warum? Ich konnte meine Englischlehrerin wechseln, weil das Jahr sonst für mich eine Qual wäre. Wenn ich ehrlich bin, haben wir uns nie verstehen können..

Der Monat Oktober war das letzte vor meinem Geburtstag. Das Schultheater bin ich zwar losgeworden, aber ich kam ab und zu zu Besuch. Ich war glücklich, die beste Community, die mir je passiert ist, wiederzusehen. Andererseits war ich auch traurig, vor allem als ich in den vergangenen Monaten gefragt wurde, warum ich das überhaupt aufgeben wollte, weil ich “das Talent hatte” und auch “neue Leute kennengelernt habe”. Das stimmt, also das mit dem Kennenlernen, denn was wäre ich ohne so eine Gemeinschaft? Sie war auch wie eine zweite Familie für mich. 

November – 02.11.2016: Ich bin endlich volljährig geworden. Die Zahl 18 wird angeblich mein gesamtes Leben verändern. Ich dürfte endlich Alkohol trinken, in Clubs gehen, aber so ein Typ bin ich nicht. Trotzdem ist das 18. Lebensalter genauso wie das 17. Trotzdem wird das ein Abenteuer als junge Erwachsene. Bin gespannt! 

Jetzt haben wir den letzten Monat im Jahr. Dezember. Da habe ich nicht wirklich was Besonderes erlebt… Oja, doch, aber das ist eher eine politische Sache: Eigentlich wäre die Bundespräsidentenstichwahl im Oktober, aber weil es irgendein Problem gab, wurde die Wahl auf dem 4. Dezember verschoben. (Und das längste Wort geht an - haltet euch fest - Bundespräsidentenstichwahlwiederholungsverschiebung) Gott sei Dank hat Österreich die richtige Entscheidung getroffen und Dr. Alexander Van der Bellen zum Bundespräsidenten erklärt!! Angelobt wird er erst am 26. Jänner 2017. Es ist fast ein Jahr her, dass nach der Amtzeit Fischers niemand in der Hofburg sitzt. 

Kurz und knapp: Ich hab viel gelacht, viel geweint. Es gab Höhen, aber auch Tiefen. Es gab also doch Phasen, wo ich mich niedergeschlagen gefühlt habe, aber ich hab trotzdem weiter gekämpft bis zum Geht-Nicht-Mehr. In dem Sinne: Danke 2016 und bring it on, 2017.

Ich hoffe auf die nächsten 12 glückliche Monate.
52 schöne Wochen.
365 erfolgreiche Tage.
8.760 wundervolle Stunden.
525.600 unvergessliche Minuten.
31.536.000 tolle Sekunden.

Deine Menna :)


PS: Ich hab noch was vergessen.. Und zwar, dass ich Kontakt zu einer “Freundin” von mir abgebrochen habe, aber das einen guten Grund. Und ich bin dankbar dafür, weil ich dadurch was gelernt habe: Überlege dir zweimal, ob dich die Person aufbaut und dir in schwierigen Situationen hilft oder sie dein Selbstwertgefühl runter schraubt, indem sie dich mit ihrer Melancholie ansteckt oder mit den absurdesten Beleidigungen überhaupt. Als “Hure” beschimpft zu werden ist unter aller Sau, aber das ist eine andere Geschichte. Ich möchte nicht darüber sprechen..

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2 Gedanken

  1. Hallo und danke für Deinen Einblick in Dein Leben. Davon dass es im August in Österreich geregnet hat, kann ich ein Lied singen. Wir waren nämlich im Urlaub dort und es hatte 4 Grad und war bitterkalt.
    Dir ein erfolgreiches Jahr 2017.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de

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    1. Hallo und tausend Dank, dass Du Dir Zeit für's Lesen genommen hast. Dass es im Sommer schon so kalt war, ist es für mich persönlich eine Abweschlung: Man schwitzt weniger und ist für den Winter ein wenig vorbereitet 😄. Aber ich nehme an, ihr habt die Kälte überstanden.
      Ich wünsche Dir auch viel Glück und Erfolg im Jahr 2017.
      Bisous
      Menna von Lines And Rhymes Universe

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